Das Kloster Marienfeld
Über 600 Jahre gehörte die
Zisterzienserabtei Marienfeld zu den bedeutendsten und einflussreichsten
Klöstern in Westfalen. Noch heute zeugen die spätromanische Abteikirche und die
barocken Klostergebäude von dem Reichtum, der den Konvent auszeichnete.
Den Einfluss der Zisterzienser, die vor 800 Jahren aus dem Paderborner Land
kommend die neu gegründete Abtei besiedelten, ist noch in der Architektur der
großen Klosterkirche spürbar, die nur 40 Jahre nach der Gründung des Klosters
geweiht wurde. Ihre Architektur und ihre Bautechnik wirkte weit in das Umland
und beeinflusste den Kapellenturm des Schlosses Rheda ebenso wie den Dom
zu Münster. Auch zur Kathedralkirche in Riga (Lettland) gibt es enge
architektonische Beziehungen.
Das Abteigebäude – die
ehemalige Residenz des Abtes – und die Wirtschaftsgebäude legen bis heute ein
Zeugnis für den Reichtum des Klosters und das Selbstbewusstsein seines Abtes ab.
Auch der Innenraum der Kirche wurde zwischen 1650 und 1750 barock gestaltet:
Altar, Kanzel und die berühmte Johann-Patroklus-Möller-Orgel sind beredte Zeugen
dieser letzten Blütephase des mönchischen Lebens. Die seitlichen Chorschranken,
das Sakramentshaus und die Apostelskulpturen, die ehedem auf dem Lettner ihren
Platz hatten, weisen dagegen in die Zeit des Mittelalters zurück.